Der treppenartige, sich nach oben verjüngende Roche-Turm in Basel, ein Bau des Architekturbüros Herzog & de Meuron, ist 41 Stockwerke hoch – er wuchs alle zwei Wochen um ein Stockwerk. Ende 2015 war der neue Konzernsitz des Pharmaunternehmens Hoffmann-La Roche bezugsbereit und bietet 2000 Mitarbeitern Platz. Weitere Bauten sind in Planung.
Wir haben Anfang Februar 2014 entdeckt, dass wir von unserer Terrasse aus die Fortschritte des Neubaus mitverfolgen können, ganz am Anfang allerdings nur durch das Gerüst des Umbaus des Hauses vis-à-vis, dann mit freier Sicht. Eigentlich dachte ich, der Roche-Turm sei nach der Fertigstellung kein Sujet mehr, doch dann zeigte er sich plötzlich in verschiedenen Varianten. Zufall oder Inszenierung?
Am 18. September 2015 war dann die offizielle Einweihung. Im BaZ-Interview zu diesem Tag lüftete Pierre de Meuron das «Geheimnis»: «So wird das Gebäude mit seinen weissen Brüstungsbändern dann, wenn die Storen runtergelassen werden, zur weissen Skulptur. Wenn die Storen oben sind, entsteht ein Rhythmus zwischen reflektierenden Fenstern und weissen Brüstungsbändern. Das kann sich im Verlauf eines Tages mehrmals wandeln.» Doch nicht nur dies fasziniert – ohne das immer wieder andere Wetter wäre es nämlich, jedenfalls von uns aus gesehen, nicht halb so spannend, mehrmals täglich einen Blick Richtung Turm zu werfen. Oder mit anderen Worten: die Inszenierung ist von Menschenhand gemacht, der Zufall fügt die Natur bei und zusammen spielen sie ein abwechslungsreiches Spiel – jeden Tag, jahraus, jahrein.
Die technischen Daten sind auf der Webseite von Roche zu finden: Nutzfläche: 76.000 m²; Geschossfläche: 83.000 m²; Umbauter Raum: 375.000 m³; Baustoff: Stahlbeton, Stahl; Sicherheit: Erdbebensicher bis 6,9 nach Richterskala. Die Baukosten betragen 550 Millionen Schweizer Franken.